Der Klassiker: "Das Gebiß"

 

Vollprothese 13555581 XS

Das Unglück ist geschehen - es fehlen mehrere oder alle Zähne. Es sind Zahnlücken entstanden, die nicht mehr von Zähnen begrenzt sind. Eine Brücke mit einem Pfeiler vor und hinter der Zahnlücke kann den Zahnverlust nicht beheben. Ein Implantat kommt auch aus bestimmten Gründen nicht mehr in Frage. Es muß ein Zahnersatz hergestellt werden, der sich nicht nur auf den Zähnen sondern auf dem Gaumen bzw. Unterkiefer abstüzt. - Eine herausnehmbare Prothese.

Die ersten Konstruktionen finden sich, wie bereits erwähnt, schon bei den Ägyptern und Etruskern. Im 18. und 19. Jahrhundert bilden sich langsam die Formen der heutigen Prothesen heraus.

Unten eine japanisch Prothese aus Holz geschnitzt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts färbten die verheirateten Frauen Ihre Zähne allmorgendlich schwarz, daher hier die schwarzen Prothesenzähne, die der Prothesenträgerin das Zahnfärben ersparten.

japanZuerst Draht, später Metallklammern befestigen die Prothese an den noch vorhandenen Zähnen. Bei einfachen Prothesen ist das auch heute noch so. Links eine Prothese um 1880 gefertigt aus Gold und Kautschuk. Gold wird heute weiterhin verwendet, statt Kautschuk werden Acrylatkunststoffe verwendet.

Klammern an den vorhandenen Zähnen führen zu einer schnelleren Lockerung der Haltezähne. Der Sitz der Klammerprothesen ist meist nicht optimal und die Kariesentstehung wird durch die Klammern gefördert. Kosmetisch sind sie unbefriedigend. Da die Herstellungskosten jedoch niedrig liegen, spielen diese Prothesen im Bereich der staatlichen Gesundheitssysteme eine große Rolle.

Anstelle von Klammern wurden schon im letzten Jahrhundert Kronen zur Befestigung von herausnehmbaren Zahnersatz an noch vorhandenen Zähnen verwendet.

Ein gefrästes Lager, ein sogenanntes Geschiebe, ist an der Krone festgelötet. Das Gegenstück befindet sich an der herausnehmbaren Prothese und rastet beim Einsetzen ein. Alternativ gibt es sogenannte Teleskope, bei denen sich eine Krone an der Prothese befindet, die sich über ein dünnes Goldhütchen, das auf dem Zahn befestigt ist, schiebt. Durch die Reibung der parallel zueinander gefrästen Metallteile hält die Prothese fest im Mund.

gold2Eine andere Möglichkeit ist der Riegel, eine Methode, die zuverlässig nur wenige Zahnärzte und Techniker beherrschen. Hier wird die Prothese "abgeschlossen".
Auch wenn hier von Metallteilen und Gold die Rede ist, alle sichtbaren Elemente lassen sich mit Keramik oder zahnfarbenem Kunststoff so verdecken, daß Ihr Gegenüber nichts von einer Prothese ahnt.

Wenn keine Zähne mehr gerettet werden konnten, bleibt nur der Ersatz mit einer Vollprothese. Im 18. Jahrhundert nahmen die Patienten oft selbst einen Wachsabdruck von ihrem Kiefer und schickten diesen mit der Post zu einem Handwerker, der aus Elfenbein oder anderen Materialien eine Prothese schnitzte. Porzelanprothesen wurden in Meissen gefertigt. Aber erst der Kautschuk war ein preiswertes und gut zu verarbeitendes Material.

Heute versucht man mit verschiedenen Abdrucktechniken die Prothese wie eine Art Saugnapf zu fertigen, die sich im Munde des Patienten festsaugt.

Implantate geben aber erst richtigen festen Sitz. Alle anderen Lösungen sind nur lockerer Ersatz.

 

 


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