Eid des Hippokrates

Nachfolgend der Text des Eides des Hippokrates, ob er von Hippokrates selbst verfasst wurde ist jedoch strittig. Ärzte müssen ihn heute nicht mehr schwören. Er verdient es gelesen zu werden, weil Laien sich zu oft auf ihn berufen ohne ihn zu kennen, wenn Ärzte ihrer Meinung nach fehlerhaft gehandelt haben. Euthanasie und Abtreibung sind erwähnt und sind auch heute ethisch kontroverse Fragen, den Eid muß man aber im Zusammenhang seiner Zeit sehen.

 

"Ich schwöre bei Appolo, dem Arzte, und bei den anderen Heilgöttern als Zeugen: daß ich nach bestem Wissen und Gewissen dieses Gelöbnis und seine Verpflichtungen erfüllen werde. Ich will meine Lehrer der Heilkunst gleich meinen Eltern achten. Mit ihnen werde ich meinen Lebensunterhalt teilen und in der Not zu ihnen gehen. Selbstlos will ich die ärztliche Lehre ihnen wie auch meinen Schülern weitergeben. Ich will meine Ratschläge und Verordnungen zum Heil der Patienten nach bestem Wissen und Können geben. Meine Patienten werde ich dabei schützen vor allem, was ihnen schaden könnte oder Unrecht täte. Niemals werde ich ein tödlich wirkendes Mittel verabreichen, noch einen Rat dazu erteilen, selbst wenn man mich dazu auffordern sollte. Niemals werde ich einer Frau zu einer Abtreibung verhelfen. Denn heil und rein will ich mein Leben halten und meine Kunst. Wenn ich des Kranken Haus betrete, so soll ihm dies nutzen und frommen. Keinem soll Unrecht geschehen und niemandem will ich zu nahe treten, zumal nicht den Frauen. Was ich in meiner Praxis auch zu sehen und hören bekomme, ich werde darüber schweigen und nichts verlauten lassen. Die Wahrung dieses Geheimnisses sei dem Arzt eine heilige Sache! Wenn ich den Eid halte, so soll mir im Leben wie in der Kunst der Segen nicht ausbleiben, Ruhm und Ansehen auch für folgende Zeiten. Verachtung aber soll mich treffen, wenn ich je treulos werden soll."

HippocraticOath

 

Die im Text angesprochenen Themen regeln heute die Gesetze. Das Genfer Gelöbnis des Weltärztebundes von 1948 stellt den Versuch einer zeitgemäßen Version des hippokratischen Eides dar.

Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich:
mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.
Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit erweisen.
Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.
Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.
Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren.
Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten.
Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein.
Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung.
Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und
selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.
Dies alles verspreche ich feierlich und frei auf meine Ehre.