Zu Anfang war der Wurm drin

Die Keilschrifttexte des alten Babyloniens um 2000 v. Chr. nennen den wahren Schuldigen. Wer kennt es nicht, dieses bohrende Gefühl, mit dem ein erkrankter Zahn auf sich aufmerksam macht. Was konnte es anderes sein als ein Wurm. Der Zahnwurm war gefunden. Mehr als 3500 Jahre war die Wurmtheorie geltende Lehrmeinung.

Den Zahnwurm galt es nun zu bekämpfen. Unten sehen Sie eine Keilschrifttafel mit dem Text einer Zahnwurmbeschwörung.

keilschrift

Alsdann füllte der Zahnarzt zermahlene Bilsenkrautsamen in den erkrankten Zahn, die mit dem Kaugummi unserer Vorfahren - Mastix - eingeklebt wurden. noch in den zwanziger Jahren wurde es als Zahnwachs bezeichnet und benutzt. Die Bilsenkrautsamen waren zerkleinert, aber einige keimten doch. Etwas Weißes ringelte sich aus dem Zahn - der Zahnwurm war entdeckt und konnte gefangen werden. Triumphierend konnte der Zahnbehandler den Wurm präsentieren - dieser Taschenspielertrick wurde im Orient noch bis in das 20.Jahrhundert hinein benutzt. Daneben gab es eine Vielzahl von Beschwörungen und anderen Medikamenten, aber wohl keine Chirurgie. Das Ziehen der erkrankten Zähne wurde vermieden. Als Zahnreinigungsmittel wurde Minze mit Alaunsalz benutzt.

Die Schöpfungsgeschichte von Karies und Parodontose:

wurmAls der Gott Anu den Himmel und die Erde erschuf, ging der Wurm zu Smas und weinte:

"Was gibst du mir zu essen, was gibst du mir zu schlürfen?“

"Ich gebe dir eine reife Feige, Aprikosen- und Apfelsaft.”

doch der Wurm antwortete:

"Hebe mich lieber hoch! Laß mich zwischen den Zähnen und dem Zahnfleisch wohnen.
Das Blut der Zähne will ich schlürfen und die Zahnwurzel im Zahnfleisch will ich benagen.”

Zur selben Zeit existierte in Ägypten ebenfalls ein gut organisiertes Gesundheitswesen