Arbeitskreis für Geschichte der Zahnheilkunde

 

An einem schönen Samstagnachmittag im Mai 2001 trafen sich elf Zahnärzte aus ganz Deutschland im „Senckenberg“-Institut für Geschichte der Medizin in Frankfurt am Main. Sie waren einem Aufruf von zwei Kolleginnen, Frau Merten und Frau Kunz, in der „ZM“ gefolgt, einen Arbeitskreis für die Geschichte der Zahnheilkunde zu gründen. Es folgten weitere Treffen und Aktivitäten unserer Arbeitskreismitglieder. Sie hielten u. a. Vorträge im Rahmen des FDI Kongresses 2002 in Wien. 2003 schloss sich der Arbeitskreis in Aachen der DGZMK an.

 

Die Motivation der Mitglieder ist unterschiedlich. Es trifft sich der Hochschullehrer, der sich auch beruflich mit dem Thema befasst und der Sammler, der mit geschultem Blick die Zahnzange von der falsch eingeordneten Pinienkernzange im „Medizinhistorischen Museum Ingolstadt“ zu unterscheiden weiß. Da ist der ältere Kollege, der sich gerne mit historischen Themen beschäftigt, oder der Numismatiker, der Medaillen zu unserem Fachgebiet sammelt. Der Doktorand und der langjährige Praktiker, alle treffen sich aus dem Bedürfnis heraus, sich mit der Geschichte unseres Fachgebietes zu beschäftigen. Andere Länder waren uns voraus, in Frankreich zum Beispiel gibt es die „Société française d’histoire de l’art dentaire“, in England die „Lindsay Society for the History of Dentistry“ und in den USA die „American Academy of the History of Dentistry“. Zweimal im Jahr trifft sich der Arbeitskreis zum wissenschaftlichen Austausch. Jeweils einmal im Rahmen der DGZMK-Jahrestagungen und ein weiteres Mal zu einem zweiten Treffen, bei dem Besichtigungen und Vorträge im Vordergrund stehen. Für die Kollegen im täglichen Rummel zwischen „Präp“ und „Endo“ mag sich die Frage nach dem Sinn eines historischen Arbeitskreises stellen. Ist es nur ein Hobby älterer Kollegen, denen der Tagesbetrieb zu hektisch geworden ist? Die Antwort ist nein. Die Geschichte begegnet uns täglich und hilft uns, Zusammenhänge zu verstehen, den Blick zu schärfen und eine Meinung zu bilden. Auch die Honorare für die zahnärztlichen Leistungen, die manchen niedergelassenen Kollegen nicht ruhig schlafen lassen, sind das Ergebnis eines historischen Prozesses. Die Äußerung eines Gesundheitsministers, der unseren Berufsstand im „Spiegel“ als Beutelschneider tituliert, und ein Herausgeber, der in einem Artikel einen alten Kupferstich veröffentlicht, um diese Behauptung historisch zu legitimieren, rufen nach historischer Aufarbeitung. Weitere Themen, die über unsere tägliche Arbeit hinausgehen, haben uns zu interessieren. So muss der Einfluss der beiden totalitären bzw. autoritären Regime des letzten Jahrhunderts auf deutschem Boden und auf die Zahnheilkunde aufgearbeitet werden. Seit 2006 beschäftigen sich Vorträge des Arbeitskreises mit diesem Thema. Die Zahnheilkunde spielt sich nicht im Elfenbeinturm ab. Politik, Gesellschaft und Kultur nehmen Einfluss auf ihre Wissenschaft und Praxis. Die Geschichte unseres Berufes hat gerade in den letzten Jahren in Ausbildung und Praxis an Dynamik gewonnen. Unabhängig davon, ob es um Entscheidungen in der Berufspolitik oder um die finanzielle Ausstattung der Universitäten geht, kann der Rückblick in die Vergangenheit wichtige Entscheidungshilfen geben.

Deutscher Zahnärztetag 2011, Vortragender Prof. Dr. Eckhart Arbeitskreis2

Ob der Arzt im Altertum einen Zahn entfernte oder der Implantologe heute ein Zahnimplantat piezochirurgisch setzt, das Bemühen um die Gesundheit der Patienten bleibt die Richtschnur unseres Handelns. Das Gespräch, das Eingehen auf den Patienten, das Erforschen der Beschwerden durch Befragung und Beobachtung sind heute, wie vor 3000 Jahren unerlässliches Rüstzeug des Zahnarztes. Hier stellt sich die Frage nach der Ethik unseres Faches.

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